Freie Atemwege um jeden Preis? – Über die Wirkung von Nasenspray

Fast jeder Mensch hat ihn ein paar Mal im Jahr: Den Schnupfen. Viele greifen dann zu abschwellenden Nasensprays, um sich das Atmen zu erleichtern. Bewiesen ist aber auch: Man kann tatsĂ€chlich von Nasenspray abhĂ€ngig werden! Und das sind zur Zeit ca. 100.000 Menschen in Deutschland. Generell gilt, dass die Benutzung solcher Hilfsmittel medizinisch sinnvoll ist, wenn sie richtig angewendet und dosiert werden. Bei falschem Gebrauch verspĂŒren die Betroffenen jedoch schnell den Drang Nasenspray zu benutzen, um wieder frei atmen zu können. Nasenspray birgt also neben Vorteilen auch Risiken. Warum das so ist, wollen wir im folgenden Abschnitt erklĂ€ren.

Bei einer ErkĂ€ltung verstopft die Nase und man bekommt schlecht Luft. Grund dafĂŒr sind die Schwellkörper in der Nase, die sich bei Infektionen ausdehnen. Wird dann als Soforthilfe ein abschwellendes Nasenspray verwendet, ziehen sich die GefĂ€ĂŸe zusammen, die Durchblutung wird gesenkt und man kann wieder unbeschwert atmen. Die heilende Wirkund von Nasenspray ist also bewiesen, gilt aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. So besteht bereits nach 7 Tagen der Anwendung die Gefahr der AbhĂ€ngigkeit.Wer sich zu diesem Zeitpunkt nicht von dem Spray lösen kann und bei erneut verstopfter Nase sofort wieder dazu greift, sollte sich ernsthafte Gedanken machen. Auch haben einige Betroffende das GefĂŒhl, keine Luft mehr zu bekommen und reagieren dann mit ErstickungsĂ€ngsten.

Abschwellendes Nasenspray, das ĂŒber einen zu langen Zeitraum verwendet wird zerstört also den natĂŒrlichen Mechanismus der NasenschleimhĂ€ute, die Atemluft anzufeuchten, die Schleimhaut trocknet schlichtweg einfach aus. Die „Nebenwirkungen“ bei falscher Anwendung dieser Sprays reichen sogar bis hin zu Riechstörungen oder Nasenbluten. Wird das Nasenspray lĂ€nger als 1 Jahr verwendet, muss mit bleibenden SchĂ€den seiner Nasenschleimhaut rechnen. Ein weiterer Punkt ist, dass die befreiende Wirkung irgendwann nicht mehr einsetzt. Die verstopfte Nase wird zum Dauerzustand.

Stellt man fest, dass man abhĂ€ngig ist, muss man sich schleunigst vom Gebrauch des Sprays lösen. Die beste Lösung lautet wie immer: Der totale Verzicht. Wer das nicht sofort kann, beginnt mit einer schrittweisen Entwöhnung, indem er das Nasenspray zunĂ€chst zur HĂ€lfte mit Wasser verdĂŒnnt und dann die Konzentration stetig verdĂŒnnt.

Eine weitere Alternative sind Meerwassernasensprays oder Nasentropfen fĂŒr Kinder. Diese wirken zwar nicht abschwellend, befeuchten aber die Nasenschleimhaut und erleichtern so das Atmen.

ZusÀtzlich gilt: Beugen Sie nie vor, sondern nehmen sie die Sprays erst dann, wenn wirklich beide Nasenlöcher verstopft sind!

Effektiv sind auch SpĂŒlungen der Nase mit Hilfe einer Nasendusche.

 

Nasenspray: Suchtgefahr

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Nasenspray: Suchtgefahr

Andreas Morlok / pixelio.de

Über diesen Beitrag

Titel: Freie Atemwege um jeden Preis? – Über die Wirkung von Nasenspray
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Veröffentlicht: Samstag, 11.06.2011
Kategorie: Gesundheit und Wellness
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